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Tschüss Berlin

Und schon ist´s wieder vorbei. Ein Woche Berlin. Ich will behaupten, es war die schönste Woche, die ich bisher in Berlin verbracht habe. Nie war so viel Alkohol dabei, nie so viel Zigaretten. Aber habe ich auch noch nie, so viel Zeit an Orten verbracht, die auf den ersten Blick völlig unscheinbar, teilweise abstoßend, schmuddelig wirken. Das Maybachufer, so ein Ort. Es stinkt, überall liegen leere Bierflaschen und man sieht den Menschen die Armut an. Gleichzeitig gibt er mir so viel Inspiration, vermittelt Lebensfreude und grenzenlose Unbeschwertheit und Zufriedenheit. Und heute, am letzten Tag am Ufer, scheint auch noch die Sonne, das Wasser blitzt und funkelt im Schein. Schmetterlinge schwingen sich in den Blättern, der vermüllten und ausgetrockneten Büschen am Rande des Wassers. Heute sind selbst die Wespen überschaubar. Heute Morgen wollte ich nochmal nach Mitte, nochmal... ach keine Ahnung was ich da wollte. Meist reichen mir 10 Minuten, dann drängen mich die Menschenmassen, der unschöne Lärm, die Touristen, denen man diese Eigenschaft von weitem ansieht und die unfreundlichen Berliner, welchen man es aber kaum verübeln kann, denn sie arbeiten zum Beispiel im Mc am Alex und sind jeden Tag, von morgens bis abends, konfrontiert mit genau dem, was mich in Mitte so abstößt, ganz schnell und erbarmungslos aus dem Käfig ins Freie. Vorgestern Abend konnte ich ein Gespräch zweier Frauen in meinem Lieblingsspanier in der Weserstraße, Ecke Weichselstraße, belauschen. Sie unterhielten sich über die Vorzüge von Berlin aber auch die Missstände, unter denen gerade die Gastronomie leidet. 6 Brötchen, 1,50 Euro. Glas (sehr guten) Rotwein, 2,50 Euro. Teller Spaghetti plus Apfelschorle, 8 Euro. Indisch, 5 Euro, jedes Gericht. Und wer leidet darunter? Die Angestellten, die für 5-6 Euro die Stunde, manchmal 13 Stunden am Tag malochen dürfen. Aber das besondere ist, die meisten bleiben trotzdem freundlich, sind froh überhaupt eine Arbeit zu haben. Das ist Berlin. Arm, aber verdammt sexy. Heute Morgen, Späti auf´m Weg zur U-Bahn. Der in die Jahre gekommene und deutlich gezeichnete Herr hat gleich nen Spruch auf den Lippen, als ich ihn mit einem noch sehr müden aber höflichen "Morgen" begrüßt habe: "ne nich Morgen, Heute!" Zum Lachen öffnete er seinen Mund, der nur noch etwa 6 Zähe beherbergt. Er freut sich sichtlich, dass ich über seinen Witz gelacht habe. Später, als ich wieder an besagtem Späti vorbeilief, stand - ich nenne ihn einfach mal Lücken-Kalle - Lücken-Kalle vor dem Laden und bemerkt mich sofort: "sach ma, strahlste immer so? da is ja n Atomkraftwerch n Scheiß dajegen!" "ick vermiss dir jez schon junge Dame!" Mit einem Winker und einem vollen Lächeln, entlässt mich Lücken-Kalle eher unfreiwillig. Ich dich auch Lücken-Kalle aber nach diesem hochkarätigen Kompliment werde ich das nächste Mal wieder zu dir kommen und meine BZ jeden Morgen bei dir persönlich abholen und die 70 cent auf´n Euro aufrunden. Versprochen! Erlebnisse, die ich niemals vergesse, weil sie so unnacherlebbar sind.
4.9.14 12:12
 
Letzte Einträge: Freundschaft, Zugfahrt in die Heimat, November, Weihnachten, Die Seele


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